Jonah Parzen-Johnson & Lau Nau
A Few We Remember
We Jazz Records
Der Amerikaner Jonah Parzen-Johnson hat sich ganz aufs Baritonsaxofon spezialisiert und mit etlichen Soloalben die Möglichkeiten von Multiphonics, Spalt- und Materialklängen sowie Obertonphänomen erkundet und Erstaunliches zu Tage gefördert.
Lau Nau nennt sich die finnischen Elektronikerin Laura Naukkarinen, die in den letzten Jahren gleichfalls durch verschiedene Einspielungen aufhorchen ließ, ob als Solistin oder mit Partnern. Im Duo mit Parzen-Johnson legt sie jetzt ein Album vor, das durch Feinfühligkeit, Farbenreichtum und Originalität besticht.
Der Kontrast zwischen elektronischen Sounds und dem natürlichen Bläserklang bildet den Kern dieser Improvisationen, die durch ihr Formbewußtsein wie ausgefeilte Kompositionen wirken. Lau Nau grundiert die ruhigen, singbaren Saxofonmelodien mit Ostinati aus dem Fundus der Minimal Music. Durch spezielle Blastechniken, die die Materialität des Instruments hervortreten lassen, schafft es Parzen-Johnson, sein Baritonsaxofon – besonders in den tiefen Lagen – manchmal fast elektronisch tönen zu lassen, was spannungsreiche Reibungen mit den Loops und Drones vom Laptop ergibt. Parzen-Johnson ist kein Vielspieler, ebensowenig kleistert Lau Nau jede Leerstelle zu. Die beiden pflegen vielmehr einen sparsamen Umgang mit Tönen, halten Noten so lange aus, bis feinste Schwebungen hörbar werden.
Hörprobe:
PS: Die Kritik erschien rsprünglich im hochwertgeschätzten Musikmagazin JAZZTHETIK (jazzthetik.de)
PS: Die Kritik erschien rsprünglich im hochwertgeschätzten Musikmagazin JAZZTHETIK (jazzthetik.de)
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