Der Musiker Captain Beefheart und der Maler Don van Vliet
1984 unternahm ich meine erste Reise nach New York, um die dortige Jazz- und Improvisationszene zu erkunden. Ich hatte zuvor eine zweiteilige Radiosendung vom deutschen Freejazz-Bassisten Peter Kowald im Südwestfunk darüber gehört, die enorm Lust machte, die Szene selbst auszukundschaften. Ich nahm mit Kowald Kontakt auf, der sich mittels eines einjährigen Künstlerstipendiums in New York befand und der mich großzügigerweise gleich unter seine Fittiche nahm. Ich zog mit ihm herum, zu Proben und Plattenaufnahmen, was ungeheuer aufregend war. Immer wenn wir an einer dieser öffentlichen Telefonapparate vorbeikamen, kramte Kowald eine Telefonnummer aus der Hosentasche und machte einen weiteren Versuch: Er wollte den Künstler Jean-Michel Basquiat gewinnen, eines seiner Gemälde als Cover verwenden zu dürfen. Kowald arbeitete gerade an einem Duo-Album, das später als Box mit drei Alben erschien. Irgendwann hatte er Basquiat an der Strippe, dessen erster Satz lautete: "Hat das was mit Geld zu tun?" Natürlich hatte es null damit zu tun, trotzdem gab er Kowald die Erlaubnis. Die Telefonnummer von Basquiat hatte Kowald vom deutschen Galeristen Michael Werner erhalten, weshalb mich ein Buch interessierte, das gerade erschienen ist: Michael Werner/Nils Emmerichs: National-Galerie – Gespräche über notwendige Kunst" (Hatje Cantz).
Don van Vliet alias Captain Beefheart
Ich wusste, dass Werner dafür verantwortlich war, dass Captain Beefheart alias Don van Vliet das Musikmachen an den Nagel gehängt hatte und sich bis zu seinem Tod nur noch der Malerei widmete. Dazu kann man in der Publikation mehr erfahren:
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