Friday, 14 August 2026

Pete Townsend (The Who) über Sun Ra, den größten Esoteriker unter den Jazzmusikern

Pete Townsend (The Who) über den Bandleader und Tastenmusiker SUN RA, den größten Esoteriker unter den Jazzmusikern


 "Eines Tages war ich in einem Jazz-Plattenladen in Chicago – ich glaube, Sun Ra stammte von dort. Ich fragte: „Haben Sie etwas von Sun Ra?“ Der Verkäufer sagte: „Ja! All diese Sachen hier.“ Ich sagte: „Geben Sie mir alles.“ Er kam mit 250 Alben zurück; die meisten davon habe ich noch immer in dem Zimmer dort drüben – immer noch eingeschweißt." Pete Townsend (The Who) über Sun Ra.

Ich glaube, ich kenne den Plattenladen. Es war der Laden von Bob Koester, JAZZ RECORD MART, ein unglaubliches Plattengeschäft, das ich bei einem Aufenthalt in Chicago einst besuchte.


Mehr zu SUN RA:

Ein langes Interview mit dem Saxofonisten Marshall Allen, heutiger Leiter des Sun Ra Arkestras, über SUN RA, seine Philosophie und das ARKESTRA findet sich in meinem Buch: 
CHRISTOPH WAGNER:
GEISTERTÖNE – GESPRÄCHE ÜBER MUSIK JENSEITS DER GENREGRENZEN (Mainz 2020) E 29.95

Sunday, 9 August 2026

SCHEIBENGERICHT Nr. 65: Mike Coopers verschlungene Wege

Vom Country Blues zur experimentellen Avantgarde

Der Gitarrist und Klangkünstler Mike Cooper

Foto: Greg Weight


1973 spielte er zum ersten Mal in Tübingen, ein Konzert mit akustischem Blues aus dem Delta in der Art von Mississippi John Hurt. Der englische Gitarrist Mike Cooper (Jg. 1942) hatte sich bereits als 25jähriger durch erste Platteneinspielungen für das Dawn-Label einen Namen gemacht. Danach ging er musikalisch verschlungene Wege, machte Exkursionen in den freien Jazz, wo er mit Lol Coxhill (ss) und Roger Turner (dr) in der Gruppe The Recedents spielte, fuhr nach Hawaii, um die Hawaii-Gitarre zu erlernen und bastelte danach viel mit gefundenen Sounds und experimentellen Klängen, die er zu knisternden Tongeweben verband.

Schwäbisches Tagblatt, 1973


Seit langem lebt der Gitarrist und Klangkünstler in Rom und meldet sich ab und an mit einer neuen Produktion zu Wort. Jetzt hat er erneut ein Album herausgebracht, das den Titel "Stochastic Parrot" trägt und bei dem er von dem Musikmaschinenbastler Pierre Bastien unterstützt wird, der hier Trompete spielt, was gleichfalls Mark Cunningham tut. "Sie fügen akustische Klänge zu meinen digitalen Tagträumen", beschreibt Cooper ihr gemeinsames Musikmachen. Über einer "Soundscape" aus vielfältigen Sonoritäten, die von sanften Trommelschlägen getragen wird, spielen die Trompeter abwechselnd kurze verhangene Melodien mit viel Echo, manchmal nur Fetzen einer Phrase, was im Ergebnis an die "Fourth World Music" eines Jon Hassells erinnert. Gelegentlich hört es sich wie ein musikalisches Unterwassererlebnis in den Tropen an: Es blubbert und gluckst, es knistert und knarzt, und ab und zu dringen aus der Ferne ein paar Gitarrenklänge ans Ohr. 


MIKE COOPER – Stochastic Parrot

Tuesday, 4 August 2026

Wenn das MUSEUM zum KLANGRAUM wird

LANGE NACHT DER MUSEEN mit Musik

Sindelfingen, Stadtmuseum (Altes Rathaus), Lange Str. 13

Samstag, den 14. November 2026 / 18–24 Uhr

Anläßlich der Ausstellung "Von Abba bis Zappa – als Sindelfingen und Böblingen den Südwesten rockten", wird die LANGE NACHT DER MUSEEN im Sindelfinger Stadtmuseum (Lange Str. 13) dieses Jahr vollständig im Zeichen der Musik stehen. Von 18 bis 24 Uhr werden an unterschiedlichen Stellen im Museum verschiedene Musikgruppe ihre Kunst zum Besten geben.

Mit dabei: LEFTA aus Stuttgart haben sich dem griechischen Rembetiko verschrieben. Simon Steiner (Baglamas, Klarinette), Klaus Pfeiffer (Tzouras), Evangelos Dimopoulos (Oud, Baglamas, Tzouras & Trommel) und Melina Dimopoulou (Gesang) spielen und singen Lieder aus der Subkultur der Außenseiter, Herumtreiber und Gauner, wie sie in den griechischen Hafenstädten der 1930er Jahre entstanden sind. 

Lefta - vlnr: Pfeiffer, Steiner, Dimopoulos, Dimopoulou (promo)

Joachim Kupke & Reiner Pfleiderer // Verbeulte Songs über das Leben bringt das Duo von Joachim Kupke (Gesang) und Reiner Pfleiderer (Gitarre). Die beiden sind durch die Gruppe „If You Wanted to“ in Sindelfingen und darüber hinaus bekannt. Kupkes rauhes Organ gibt den Stücken eine Tom-Waits-Qualität, souverän begleitet von Reiner Pfleiderer auf der akustischen Gitarre.

  panta rhei – vlnr: Rössle, Kniel, Buck (promo)               

panta rhei (Ekkehard Rössle, ss, ts, cl / Matthias Buck, viola / Manfred Kniel, dr)

Das Trio panta rhei (=alles fließt) spielt eine Musik, die man als Minimal-Loop-Jazz bezeichnen könnte. Die Stücke von Manfred Kniel sind einfach und komplex zugleich, dezent und ironisch, komponiert und doch spontan. Es ist der erste Auftritt dieses neuen Trios aus Spitzenmusikern aus dem Südwesten. 


Eintritt frei