LU EDMONDS (London, guitarist of John Lydon's PIL and The Mekons)
I got this CD from a bunch of young Iranian musicians and producers at the recent "WOMEX" world-music conference. The CD features extraterrestrial playing on the 3-string "Setar" and the "Tombak" goblet drum, beautifully recorded. I like this type of traditional music with breathtaking musical and sonic twists and turns. Being Iranian, this music is also a lot less known than it's cousins in India, Azerbaijan, Arabia and Turkey. The individual deftness of touch of both musicians is jaw-dropping - at times so light it flutters, but at the same time so full of life and panache; but it is their ability to play together that is a true wonder and often an explosive one. The solo setor pieces by Navid reminds me of the late great Nauri bozok player Matar Mohammed, and this CD will lead your ears into rare places and spaces.
Die wichtigste Sache im Leben
Die Mekons zwischen Punk, Dub
und Country
von Christoph Wagner
“The Fenton” ist ein
abgewetzter, etwas schäbiger Pub im nordenglischen Leeds, wie es sie entlang
der Einfallstraßen englischer Großstädte häufiger gibt. Ab und zu treten hier
junge Rockbands auf. 1977 war das nicht anders. Die Punkband Gang of Four
probte im Obergeschoß. Immer wenn sie eine Bierpause einlegte, machten sich ein
paar Stümper an den Instrumenten zu schaffen - nur zum Spaß.
Bald ging man ernsthafter zur
Sache. Als ordentliche Kunststudenten wurde die Bandgründung mit einem Manifest
vollzogen, das postulierte, dass die Mekons die radikalste aller Punkbands sein
wollten. “Niemand von uns spielte ein Instrument,” erinnert sich Gitarrist Jon
Langford. “Außerdem wollten wir im Gegensatz zu allen anderen Punkbands nur
langsame Stücke spielen und nie eine Schallplatte machen.”
Ihr Dozent an der
Kunsthochschule in Leeds Tim Clark, das einzige englische Mitglied der Pariser
Situationistischen Internationale, ermunterte seine Schützlinge ihre
musikalischen Erkundungen fortzusetzen, mochten sie noch so dilletantisch und
kontrovers sein.
Die radikale Verweigerung hatten
allerdings nur so lange Bestand, bis jemand anbot, eine Single zu produzieren.
Eine abenteuerliche Karriere begann, in deren Verlauf die Band zeitweise zum
Stall von Virgin und A & M Records gehörte. Jedoch erwiesen sich die Mekons
als zu widerspenstig fürs Popgeschäft. “Immer wenn wir bei einer großen
Plattenfirma unter Vertrag waren, wurde es schlimm,” erinnert sich Langford,
“weil wir nicht nach deren Pfeife tanzten.”
Damals regierte Punk. 35 Jahre
später zeigt das aktuelle Album die Mekons fast altersklug, gelassen und
gereift. Gekonnt verbinden sie das Punk-Erbe mit Dub-, Folk- und Country-Einflüssen
zu einem Stil, der auf profundem Songwriting beruht und die Titel unaufgeregt
ins Szene setzt. Musikalisch hat sich die Band mehrfach gehäutet, ihrem
rebellischen Ethos hat das keinen Abbruch getan.
Neben einem Gruppensound, dem
Geige, Saz und Akkordeon seine charakteristische Note verliehen, liegt im
Gesang die Stärke der Band. Obwohl Sally Timms mit samtweichem Timbre häufig
als Leadsängerin fungiert, treten auch andere Mitglieder stimmlich hervor, was
die Palette der vokalen Farben weit auffächert. Wenn dann im Refrain eines
Lieds ein mehrstimmiger Chorgesang einsetzt, entsteht eine Spannung, die unter
die Haut geht.
“Da wir mit der Gruppe nicht
unseren Lebensunterhalt verdienen können, hat jeder noch einen anderen Job”,
erklärt Timms. “Das ist kein Problem, sondern nimmt Druck weg, weil wir nicht
auf Gedeih und Verderb erfolgreich sein müssen.” Trotzdem ist die Band für
Timms alles andere als eine Nebensächlichkeit - im Gegenteil: “Die wichtigste
Sache in meinem Leben!”
Jenseits des Atlantiks war der
Zuspruch besonders groß. Nach ein paar Tourneen ließ sich die Hälfte der Band
in den USA nieder. Der Countryeinschlag wurde stärker, Hank Williams und Johnny
Cash zu imaginären Mitgliedern.
Allerdings erschwerte die
geographische Distanz die Arbeit.
Mittlerweile kommt die Gruppe
jedes Jahr für ein paar Tourneen zusammen, die auch genutzt werden, um an neuen
Songs zu basteln. Kein Wunder, dass alles etwas langsamer geht. Drei Jahre
haben die Mekons fürs neue Album gebraucht. “Keine Band ist wie wir!” ist sich
Jon Langford sicher. Wer möchte das bestreiten?
Mekons: Ancient & Modern
1911 - 2011 (Westpark)