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Saturday, 2 August 2025
Wednesday, 11 August 2021
Die Mundharmonika@200
Domäne des Blues
Die Mundharmonika wird 200 Jahre alt – einst war sie das populärste Musikinstrument der WeltBob Dylan
cw. Bob Dylan, die Beatles und Rolling Stones, Stevie Wonder, Bruce Springsteen und Neil Young hießen die Popgrößen, mit denen die Mundharmonika in den 1960er und 1970er Jahre noch einmal im Rampenlicht stand – ein letztes Mal! Seither verlor sie kontinuierlich an Attraktivität und wurde mehr und mehr an den Rand der populären Musik gedrängt. Nur in den Reservaten des Blues und in den Domänen von Country und Folk hat sie ihren Platz behauptet. Natürlich taucht heute die Mundharmonika weiterhin ab und zu im Pop auf, etwa auf Taylor Swifts Album „Folklore“ von 2020, doch ist das kaum mehr als das punktuelle Aufklingen einer Tradition, die sonst in der populären Musik nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Denn – Hand aufs Herz: Welcher Teenager läßt sich im Zeitalter von iPhone und iPad noch von einer Harmonika begeistern?
Die Mundharmonika war ein Musterbeispiel für Teilhabe und Inklusion. Durch sie war nun jeder in der Lage, selber Musik zu machen, denn selbst Habenichtse konnten sich eine Harmonika leisten. Dabei war der „Goschenhobel“ nicht nur unter der männlichen Jugend verbreitet, auch Mädchen spielten „Mundharfe” und zwar recht häufig. Unter Sennerinnen in den Alpen war das Instrument besonders beliebt, weil es auf den einsamen Almen oft die einzige musikalische Unterhaltung bot.
Mit raffinierten Werbemethoden stimulierten die Hersteller den Absatz. Das Design und die Verpackung wurden jeweils den neusten Moden und Trends angepasst. Es gab ein „Wandervogel“-Modell für die Jugendbewegung um die Jahrhundertwende, eine „Turner-Harmonika“ für die aufkommende Sportbewegung. Mit Marken wie „Helvetia Harmonica“ wurde patriotische Gesinnung zur Umsatzsteigerung genutzt, während ein Hersteller mit einem Instrument in Form einer Granate um 1914 von der grassierenden Kriegsbegeisterung zu profitieren versuchte.
Harmonika-Schachtel (Sammlung: Harmonikamuseum Trossingen)
Die Verkaufsstrategie ging auf. Auf dem Höhepunkt des Harmonikabooms vor ca. hundert Jahren exportierte allein die Firma Hohner aus Trossingen Instrumente in über einhundert Länder. Die Umsatz explodierte geradezu. Hatte Hohner im Jahr 1877 neunzigtausend Harmonikas hergestellt, so betrug der Verkauf zehn Jahr später schon eine Million, um zur Jahrhundertwende jährlich auf vier Millionen anzuwachsen. Und damit war noch lange nicht das Ende des Wachstums erreicht. Ungläubig betrachteten selbst die Fabrikanten die Unersättlichkeit des Marktes. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung verließen jährlich ungefähr 50 Millionen Stück die Fabrikhallen der Firmen Hohner, Koch , Weiss, Hotz, Böhm oder Rauner in Trossingen und Klingenthal (Sachsen), und viele landeten in Amerika: Schiffsladungsweise ging die „Mouth Organ“ in die Vereinigten Staaten.
Werbeplakat (Sammlung: Harmonikamuseum Trossingen)
Sonny Boy Williamson
Grégoire Maret
Buch: Christoph Wagner: Die Mundharmonika - ein musikalischer Globetrotter. Transit:Verlag; Berlin 1996. 214 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
Sunday, 24 January 2016
AUGEundOHR: Mundharmonika
Die Mundharmonika war bis Mitte des 20. Jahrhunderts eines der populärsten, wenn nicht das populärste Musikinstrument der Welt. Die Trossinger Firma Hohner vertrieb jährlich Millionen Mundharmonikas um den ganzen Globus. Die Fotoaufnahme stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA, dem Hauptabsatzmarkt für Mundharmonikas.


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