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Sunday, 15 March 2026

Neue Zeitschrift für Musik: "Freak-Sounds"-Besprechung von Andreas Schäfler

Von Hans-Joachim Irmler von der experimentellen Krautrock-Gruppe FAUST kam letzthin ein Schreiben: "wundervolles Buch – 'fetzig' hätte ich früher gesagt. Wirklich toll, wahnsinnig viel Unbekanntes oder Vergessenes."


Dazu hier jetzt die Besprechung aus der NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK,  Heft 1-26.





 
Hinweis:
Am Sonntag, 26. April 2026 (Beginn: 19:15 Uhr) findet im Theaterhaus Stuttgart ein Konzert unter dem Motto "Freak-Sounds – Musik abseits der Norm" mit Peter Pichler und dem Trautonium statt, einem der ersten elektronischen Musikinstrumente der Welt, dem in meinem Buch "Freak-Sounds" ein Kapitel gewidmet ist. Ich werde eine kurze Einführung geben.

Friday, 9 January 2026

SCHEIBENGERICHT Nr. 53: Jazzsaxofonist Roland Kirk – Seher und Visionär

Musik wie ein Traum

Die Visionen des Roland Kirk

Foto: Jutta Vialon


Er war ein blinder Jazzmusiker, der seine Musik aus Träumen zog. 1970 hatte er einen Traum, in welchem ihm ein neuer Name gegben wurde. Seither nannte er sich Rahsaan Roland Kirk. Ungefähr zu dieser Zeit, am 26. Februar 1970, trat der Bandleader, der bis zu drei Saxofone gleichzeitig mit ungeheurer Ausdruckskraft spielte, im Mozartsaal der Stuttgarter Liederhalle auf mit seiner damaligen Band, The Vibration Society, zu der u.a. Rahn Burton am Klavier und Jerome Cooper am Schlagzeug gehörten. (mehr über Jerome Cooper: https://christophwagnermusic.blogspot.com/2015/05/nachruf-jazzdrummer-jerome-cooper.html)

Sieben Jahre zuvor war Kirk bereits auf Tournee in Westdeutschland gewesen. In Verlauf der 1963er-Konzertreise trat er live in den Fernsehstudios von Radio Bremen auf (den gleichen Räumen, wo der "Beat-Club" aufgezeichnet wurde), damals mit einer europäischen Rhythmusgruppe, die aus den beiden Schweizern George Gruntz (p) und Daniel Humair (dr), sowie dem französischen Bassisten Guy Pedersen bestand. 

Die drei Europäer stellten sich ausgezeichnet auf den Afroamerikaner ein und absolvierten zusammen ein herausragendes Konzert. Humair elastisch und virtuos, wie man ihn kennt, mit viel Swing. George Gruntz mit perlenden Läufen, agil und hellwach. Pedersen grundsolide. Es war für die jungen, europäischen Jazzmusiker sicher eine große Ehre, den amerikanischen Jazzstar begleiten zu dürfen, weshalb sie sich von der besten Seite zeigten und mächtig anstrengten. Dass ihr Konzert vom Fernsehen aufgezeichnet wurde, dürfte noch zusätzlich Ansporn gewesen sein. 

Der Mitschnitt des Konzerts ist jetzt unter dem Titel "Domino – Live at Radio Bremen TV-Studios 1963" auf CD plus DVD erschienen.


In meinem aktuellen Buch "FREAK-SOUNDS – MUSIK ABSEITS DER NORM" (edition neue zeitschrift für Musik, 2025) habe ich Rahsaan Roland Kirk ein Kapitel gewidmet – der blinde Jazzmusiker, wie in der Antike, als Seher und Visionär. Das Cover des Buchs ziert ein Foto von Jörg Becker, das Kirk bei seinem Stuttgarter Auftritt 1970 zeigt, nicht mehr in Anzug und weißem Hemd, sondern mit Wollmütze und T-Shirt. Die Lockerungsübungen der Hippie-Bewegung, was die Kleidung betraf, waren offenbar auch in der Jazzszene angekommen.


Saturday, 13 October 2012

Flashback 60s: Butterfield Bluesband & Roland Kirk

Handbill für ein Konzert der Paul Butterfield Bluesband und der Gruppe des blinden Jazzsaxofonisten Roland Kirk, Fillmore West, San Francisco, ca. 1967