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Monday, 16 December 2024

BEST OF 2024

Ein paar bemerkenswerte Alben von 2024:


The Necks: Bleed (Northern Spy / H’Art)


Graindelavoix / Björn Schmelzer: Ex Nihilo – Polyphony Beyond The Order of Things (Glossa Platinum)



Foto: Graindelavoix

Zum Reinhören:

https://www.youtube.com/watch?v=RDGkp9IYx70


J.J. Whitefield & Forced Meditation: The Infinity of Nothingness (Jazzman)


Ingrid Laubrock & Tom Rainey: Brink (Intakt)


Kudsi Erguner & Lamekan Ensemble: Fragments Des Cérémonies Soufies – L’Invitation à L’Extase (Seyir Muzik)


Eric Schaefer & Ensemble: Hayashi (blue pearls music)


Veretski Pass: The Peacock And The Sundflower (Borscht Beat)


Nite Bjuti (Candice Hoyes, Val Jeanty, Mimi Jones): Nite Bjuti (Whirlwind Recordings)



Zum Reinhören:

https://www.youtube.com/watch?v=tyG6PX-IIkg


Nightports / Matthew Bourne: Dulcitone 1804 (Leaf)


Samuel Rohrer: Music For Lovers (Arjuna Music)


Jeff Parker ETA IVtet: The Way Out of Easy (International Anthem)





Friday, 17 December 2021

My personal Best of 2021

DAS WAR 2021 

 Borderland Trio


Bestes Konzert

Embryo & Brthr (Sigmaringen, Schlachthof)

Graindelavoix: Forget De Monte (Online-Konzert)

 

Meine persönlichen Favoriten

Michael Hurley: The Time of the Foxgloves (No Quarter)

Benoit Delbecq: The Weight of Light (Pyroclastic Records)

Kappeler / Zumthor: Herd (Intakt)

Borderland Trio (Stephan Crump, Kris Davis, Eric McPherson): Wandersphere (Intakt)

  

Aus fernen Zeiten und Weltgegenden

Graindelavoix: Josquin The Undead (Glossa / Platinum)

Geoff Muldaur: His Last Letter (Moon River Music)

 

Entdeckungen

Phantasm: Johann Sebastian Bach –The Weill-Tempered Consort Vol. 2 (Linn)

Les inAttendus: Johann Sebastian Bach – The Art of Fugue (Harmonia Mundi)

La Tempete / Simon-Pierre Bestion: Monteverdi Vespro  (Alpha Classics)

Sunday, 20 December 2020

Das war 2020

Best of 2020:

Jazz:

James Brandon Lewis & Chad Taylor: Live in Willisau (Intakt)

Eric Revis: Slipknots through a Looking Glass (Pyroclastic Records)

Sun Ra Arkestra: Swirling (Strut)

 



Experimental:

Samuel Rohrer: Continual Decentering (arjunamusic)

Mahan Esfahani: Musique? (Hyperion)

Martin Mallaun: Stimmungen (Loewenhertz)

 

Klassik:

Trio Zimmermann: Goldberg Variations (BIS Records)

Rudolf Buchbinder: Beethoven – Diabelli Project (Deutsche Grammophon)

 

Querbeet:

Embryo Trio: Live Behind the Green Door (Permakultur)

Kronos Quartet & Friends: Celebrate Pete Seeger – Long Time Passing (Smithsonian/Folkways)

 

Early Music:

Graindelavoix : Gesualdo - Tenebrae (Glossa) 

 

Roots:

The Harry Smith B-Sides (Dust To Digital)

 

Motto:

Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor

 

 

Tuesday, 19 November 2019

RADIO RADIO RADIOPHON

RADIOPHON 
Donnerstag, 28. November 2019, SWR2  
21:03- 22:00 Uhr
von Christoph Wagner

Mike Formanek Quartet (Foto: Promo)

Musikcollagen mit Titeln von Coconami aus München, dem Mike Formanek Quartet aus New York, Solopiano von Alexander Hawkins, Perkussionsmusik von Fritz Hauser, die Dreampop-Gruppe Pram aus Birmingham plus der Text „Weil Es Die Welt Gar Nicht Gibt“ von Herbert Achternbusch. Dazu noch eine Komposition von Lukas Ligeti – einer Art afrikanischer Minimalmusik. Dann das „Gloria“ aus der „Missa Ave Maria“ des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Ashwell, gesungen vom belgischen Spezialistenensemble Graindelavoix, sowie ein elektronisches Stück von Morton Subotnick. Außerdem: Ten Years After, Manfred Kniel sowie Don Byron mit einer Bach’schen „Violin Partita“. Zum Abschluß singt uns eine Vokalgruppe aus den Bahamas in den Schlaf. 


swr.de/swr2



Don Byron (Foto: Promo)

Friday, 7 August 2015

Die Rauhheit der Stimme: GRAINDELAVOIX - Renaissance-Ensemble aus Antwerpen

Schöner Gesang und durchdringende Schreie

Das “Festival Europäischer Kirchenmusik” in Schwäbisch Gmünd feiert 25jähriges Jubiläum
                                                                                                                                      Foto: Rose Revitt

cw. Bei der Bezeichnung “Kirchenmusik” denkt man zuallererst an Johann Sebastian Bach, an Chorgesang und Orgelspiel. Das “Festival Europäischer Kirchenmusik”, das jedes Jahr in Schwäbisch Gmünd stattfindet, hat all das zu bieten, geht aber in seiner Programmgestaltung weit darüber hinaus. Auch experimentelle Musikformen, abenteuerliche Stilverbindungen und gewagte Multimedia-Aktionen werden geboten – Schwäbisch Gmünd spannt den musikalischen Bogen von Mittelalter bis in die Gegenwart!

Jedes Jahr wählt der künstlerische Leiter Dr. Ewald Liska, selbst ein beschlagener Vokalist und ehemaliger Rundfunkredakteur, einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt, der dann in den Konzerten thematisch umkreist wird. “Mitten im Leben vom Tod umgeben” lautete der Titel, der dem Festival dieses Jahr seine Ausrichtung gab und drei Wochen lang die verschiedenen Kirchen in Schwäbisch Gmünd von den unterschiedlichsten sakralen Klängen erschallen ließ. Von gregorianischem Gesang über Barockmusik - elektronisch verhüllt – bis zu neutönerischen Kompositionen der renommierten koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan reichte das Spektrum des Festivals, das dieses Jahr sein 25jähriges Jubiläum feiert. Die eindrucksvollsten musikalischen Momente seiner Historie sind gerade auf einer Doppel-CD erschienen.

Einen besonderen Akzent im diesjährigen Programm setzte das 15köpfige Spezialistenensemble Graindelavoix aus Antwerpen mit Trauermusik der Renaissance. Die Gruppe unter der Regie von Björn Schmelzer ist eine eigenwillige Formation, die die Klänge aus dem 15. Jahrhundert und 16. Jahrhundert gegen den Strich bürstet, um ihre tiefere Botschaft ans Tageslicht zu fördern. “Emotionale Musikwissenschaft in Aktion” hat das einmal ein Kritiker genannt.

Bei ihrem Konzert in der Gmünder Augustinuskirche drang das Ensemble Graindelavoix, das seinen Namen einem berühmten Essay des französischen Philosophen Roland Barthes verdankt, tief in die verschlungene Vielstimmigkeit der Renaissance-Musik ein, um unter die
Haut der Gedächtnismotetten, Messen und Lamentationen zu gelangen. Mit beträchtlichem körperlichen Einsatz gelang es Björn Schmelzer, der vom Aussehen her auch in einer Hardrock-Band spielen könnte, die Essenz dieser Trauerstücke herauszuarbeiten. Dabei schreckte die Gruppe auch nicht davor zurück, ihren “klaren schönen Gesang in durchdringende Schreie und Klagen” zu verwandeln, wie es im Text einer musikalischen Lamentation aus dem Jahr 1497 heißt.

Neben Werken von Alexander Agricola standen Kompositionen von Pierre de la Rue im Mittelpunkt des Konzerts, die 1506 aus Anlaß des Ablebens des jungen Königs Philipp des Schönen von Spanien (er war nur 28 Jahre alt) entstanden sind. Diese Trauermotetten wurden bei langen Gedenkfeiern in Dorfkirchen überall in Spanien aufgeführt, wobei der Hof mit dem Sarg des Königs und einer beträchtlichen Trauergemeinde über Land zog. Am Ende der täglichen Feierlichkeiten wurde jedesmal der Sarg geöffnet, in der Hoffnung der Verstorbene werde von der Kraft der Musik vom Tode erweckt. Mit der gleichen Intensität brachten Graindelavoix die Stücke zur Aufführung, wobei sich die 15 Musiker in einen einzigen lebendigen Organismus verwandelten, der – musikalisch atmend – an- und abschwellte.

Um der tief empfundenen Schwere etwas Leichteres entgegenzusetzen, fügten Graindelavoix etliche Instrumentalstücke in das Programm ein, die mit Harfe, Lauten und Fiedeln sowie dem warmen Ton einer Holztrompete in Szene gesetzt wurden. In der richtigen Balance mit den ergreifenden Gesängen ließen sie das Konzert zu einem Höhepunkt in der 25jährigen Geschichte des “Festivals Europäischer Kirchenmusik” in Schwäbisch Gmünd werden.

Die Besprechung erschien zuerst im Schwarzwälder Bote.