Friday, 13 March 2026
Von Abba bis Zappa – Ausstellungseröffnung
Sunday, 17 August 2025
War "Motörhead"-Lemmy (1945-2015) ein Neo-Nazi?
Hakenkreuz am Gitarrenhals
Man weiß: Der Bandleader von Motörhead hatte merkwürdige Vorlieben. Lemmy hat Nazi-Memorabilia gesammelt, aber immer verneint, dass er Sympathien für die nationalsozialistische Ideologie hegen würde. Jetzt ist mir in einem Melody Maker von 1970 ein Foto von Hawkwind (Hit: Silvermachine) untergekommen, der Band, in der der 25jährige damals Bassgitarre spielte und sang, bevor er Motörhead gründete. Auf diesem Foto ist deutlich oben an seinem Baßgitarrenhals ein Hakenkreuz zu erkennen. Wie ist das mit seinen Beteuerungen in Einklang zu bringen? Was ist von seiner Distanzierung zu halten?
Selbstverständlich konnte man in England problemlos jeden aus der älteren Generation auf die Palme bringen, wenn man mit einer "Swastika" am Gitarrenhals herumlief. Das war die ultimative Provokation. Wenn Ian Fraser Kilmister (aka Lemmy) Buddhist gewesen wäre, hätte man die Swastika auch als uraltes buddhistisches Zeichen deuten können, das in Asien als Glückszeichen gilt. Von diesem "Zen"-Lemmy ist aber nichts bekannt und auch eher unwahrscheinlich. Sein Lebenswandel war nicht gerade auf mönchische Weltentsagung ausgerichtet.
Das alles zusammen ist dann doch ziemlich merkwürdig? War es mehr als eine spät-pupertäre Hirnlosigkeit? Mehr als die prickelnde Lust am Skandal, am Gefühl, zweifellos ein absolut echter "Contrarian" zu sein gegen dieses ganze Love-Peace-&-Happiness-Gedöns?
Tuesday, 29 December 2015
Death Metal: Zum Tod von Lemmy Kilmister
Er war Roadie von Jimi Hendrix,
spielte bei den Space-Rockern von Hawkwind und war fast 40 Jahre lang Kopf von
Motörhead, der brachialsten Rockband auf dem Planeten. Lemmy Kilmister hat den
Wahnsinn des Rockgeschäfts gelebt und voll ausgekostet. Jetzt ist der
Bassgitarrist und Sänger kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag an einer
aggressiven Form von Krebs in Los Angeles verstorben. Mit ihm verliert die
Rockszene eine ihrer prägnantesten Gestalten. Der Mann mit dem schwarzen
Kavalleriehut, den schulterlangen Haaren, einem massiven Schnauzer und ein paar
Warzen im Gesicht war der letzten seine Art.
1975 ekelten ihn seine Mitmusiker von Hawkwind aus der Band, und das
nicht gerade auf die feine englische Art. Auf US-Tournee an einer einsamen
Raststätte machten sie sich klammheimlich aus dem Staub, als Lemmy die Toilette
aufsuchte. Es war nicht das erste Mal, dass er “gestrandet” war. Diese
Fiesigkeit hat er den Hawkwind-Musikern nie verziehen. Er rächte sich damit, dass
er Equipment aus dem Lagerraum der Band stahl, um Motörhead auf die Beine zu
stellen. Doch es lief nicht wie geplant. Zwei Jahre später stand die Gruppe vor
dem Aus: “Wir hungerten, wir lebten in besetzten Häuser, nichts passierte.”