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Sunday, 26 April 2026

Aus den Anfängen der elektronischen Musik

Wegen des großen Interesses sind wir noch einmal im

Theaterhaus, Stuttgart, Halle T3

FREAK-SOUNDS – MUSIK ABSEITS DER NORM

Konzert, Samstag 7. November 2026 (20:00Uhr)

Peter Pichler (Trautonium) & Christoph Wagner (Einführung) 

Karten:

https://www.theaterhaus.com/en/program-tickets/freak-sounds-musik-abseits-der-norm/1248


Töne aus Strom

Peter Pichler und das Trautonium im Stuttgarter Theaterhaus

Foto: Michael Maschke

Unter dem Motto "Freak-Sounds – Musik abseits der Norm", dem Titel meiner aktuellen Buchpublikation, stand am Sonntagabend, den 26. April 2026, das Konzert von Peter Pichler im Stuttgarter Theaterhaus. Der Münchner Experte für elektronische Musik stellte dabei das TRAUTONIUM vor, eines der ersten elektronischen Musikinstrumente überhaupt, erfunden in Berlin vor knapp hundert Jahren. 

Foto: Michael Maschke


Nach meiner knappen Einführung in die Materie demonstrierte Pichler, wie das Trautonium 1930 von Paul Hindemith die ersten Kompositionen erhielt, die sich noch sehr stark an Formen klassischer Musik orientierten. Mehr und mehr emanzipierte sich der damalige Hauptprotagonist des Instruments, Oskar Sala, von der klassischen Form, um die Möglichkeiten des Instruments als Klangerzeuger ausgiebiger zu nutzen und auszureizen. Pichler streute in sein Konzert zahlreiche Anekdoten und Stories ein: So berichtete er von der Bewunderung der Gruppe Kraftwerk für den Urvater der elektronischen Musik, die dieser  in keine Weise teilte noch erwiderte. Für Sala war Kraftwerk schlicht "Unterhaltungsmusik" und deshalb nicht ernstzunehmen, eine Engstirnigkeit, die Pichler als äußerst peinlich empfand.

Foto: J. Revitt

Pichler sah sich in der Konzertpause von zahlreichen Wißbegierdigen umringt, die noch mehr über das Innenleben und die Wirkweisen des Trautoniums erfahren wollten, wobei er tapfer Rede und Antwort stand. 

Der Elektroniker demonstrierte dann im 2. Konzertteil die ungeheuren Klangmöglichkeiten, die in der "Wundermaschine" stecken, die von einer sehr einfachen, ja fast primitiven Version immer mehr zu einem komplexen Mixtur-Trautonium ausgebaut wurde, das nun polyphon gespielt werden konnte und auch Akkorde ermöglichte.  

Foto: J. Revitt


Den Höhepunkt von Pichlers Auftritts bildete ein Medley aus Filmen, für die das Trautonium ursprünglich die Filmmusik geliefert hatte und die Pichler jetzt erneut mit dem "live"-gespielten Soundtrack präsentierte. Neben dem Dokumentarfilm "Reise zum Mond", dessen Vertonung einst die NASA in Auftrag gegeben hatte, kamen zum Finale Sequenzen des berühmtesten Films zur Aufführung: Hitchcocks "Vögel", für den Sala einst den kompletten Soundtrack entworfen hatte. Pichler erzeugte dazu die grauenerregenden Klanggeräusche wie Flügenschlagen und Vogelschreie. 


Wegen des großen Interesses sind wir noch einmal im

Theaterhaus, Stuttgart, Halle T3

FREAK-SOUNDS – MUSIK ABSEITS DER NORM

Konzert, Samstag 7. November 2026 (20:00Uhr)

Peter Pichler (Trautonium) & Christoph Wagner (Einführung) 

Karten:

https://www.theaterhaus.com/en/program-tickets/freak-sounds-musik-abseits-der-norm/1248

Sunday, 8 February 2026

Das TRAUTONIUM – Urmutter des Synthesizers

 Rares Konzert: PETER PICHLER spielt TRAUTONIUM


Sonntag, 26. April 2026 (Beginn: 19:15 Uhr)

Theaterhaus Stuttgart, Halle T3




Neben dem russischen Theremin und dem französischen Ondes Martenot bildete es eines der ersten elektronischen Musikinstrumente überhaupt: Das Trautonium wurden 1930 in Berlin vom Ingenieur Friedrich Trautwein erfunden unter entscheidender Mitwirkung des Komponisten Paul Hindemith, der auch die ersten Stücke für das Instrument schrieb. Bei öffentlichen Veranstaltungen wurde die Wundermaschine vorgestellt und erregte mächtig Aufsehen. Oscar Sala, der als junger Musikstudent in die Entwicklung des Trautoniums involviert war, nahm sich dem Instrument an und wurde für lange Zeit sein Hauptprotagonist. Sala unternahm Konzertreisen und vertonte Werbefilme für die Industrie. 1963 gelang ihm sein größter Coup, als er für Hitchcocks Film ‘Die Vögel’ den Soundtrack lieferte. Der Megaerfolg holte das Instrument schlagartig aus seinem Nischendasein hervor und machte es zu einem Klangerzeuger, der Neugierde hervorrief und allgemeines Interesse weckte, was aber nicht von Dauer war.


Nach dem Tod von Oskar Sala 2002 nahm sich Peter Pichler aus München dieser Großmutter des Synthesizers an. Pichler hatte zuvor in Indie-Bands gespielt, auch den bayerischen Barden Hans Söllner begleitet, um sich jetzt voll dem Trautonium zu widmen. Er gab Kompositionen in Auftrag, wirkte bei Theaterproduktionen mit und gab Alben mit Trautonium-Musik heraus. Heute ist Pichler der Hauptvertreter dieses rätselhaften Klangapparats aus der Urzeit der elektronischen Musik, wobei er es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Trautonium auf die Höhe der Zeit zu bringen und es zu einem Klangerzeuger aktueller Musik zu machen.



In dem multimedialen Konzert im Theaterhaus Stuttgart am Sonntag, den 26. April 2026 (Beginn: 19:15 Uhr), das von Christoph Wagner unter dem Motto seiner neuen Buchveröffentlichung „Freak-Sounds – Musik abseits der Norm“ (edition neue zeitschrift für musik, 2025) präsentiert wird, stellt Pichler das Trautonium in allen möglichen musikalischen Facetten vor – von den Anfängen in die Gegenwart und darüber hinaus. Der Auftritt ist eine rare Gelegenheiten dieses Urinstrument elektronischer Musik in einem aktuellen Programm zu erleben, eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Tickets im Vorverkauf: 

https://www.theaterhaus.com/de/programm-tickets/freak-sounds-musik-abseits-der-norm/1248

Friday, 8 April 2022

DAS TRAUTONIUM in SWR2: 18. April 2022

WIEDERHOLUNG DER SENDUNG:


Alfred Hitchcock und das Trautonium
Das Comeback eines frühen elektronischen Instruments

von Christoph Wagner


SWR2 MUSIKPASSAGEN, MONTAG, 18. APRIL 2022 / 16:05-17:00

Oskar Sala 1995 in Berlin in seinem Studio am Trautonium (Foto: C. Wagner) 
Das Ur-Trautonium (Foto: C. Wagner)
Im Film "Die Vögel" von Alfred Hitchcock wurde das immer bedrohlicher werdende Geschrei der Krähen von Oskar Sala auf einem Trautonium eingespielt. Sala war lange Zeit der einzige Solist auf diesem frühen elektronischen Klangerzeuger, der Ende der 1920er-Jahre in Berlin von Friedrich Trautwein erfunden worden war. Heute ist Peter Pichler aus München einer der wenigen Musiker, die das Trautonium abermals entdecken, das inzwischen von einer Firma in Nordhessen wieder gebaut wird. Es kommen zu Wort: der 85jährige Oskar Sala (interviewt 1995) und Peter Pichler.

Peter Pichler am Trautonium (Foto: C. Wagner)
 

SWR2 MUSIKPASSAGEN, MOntag, 18. April 2022 / 16:05-17:00


Tuesday, 12 May 2020

TRAUTONIUM im Radio

SWR2 MUSIKPASSAGEN, SONNTAG, 21. JUNI 2020 / 23:03-24:00

Alfred Hitchcock und das Trautonium
Das Comeback eines frühen elektronischen Instruments

von Christoph Wagner

Oskar Sala 1995 in Berlin in seinem Studio am Trautonium (Foto: C. Wagner) 
Das Ur-Trautonium (Foto: C. Wagner)
Im Film "Die Vögel" von Alfred Hitchcock wurde das immer bedrohlicher werdende Geschrei der Krähen von Oskar Sala auf einem Trautonium eingespielt. Sala war lange Zeit der einzige Solist auf diesem frühen elektronischen Klangerzeuger, der Ende der 1920er-Jahre in Berlin von Friedrich Trautwein erfunden worden war. Heute ist Peter Pichler aus München einer der wenigen Musiker, die das Trautonium abermals entdecken, das inzwischen von einer Firma in Nordhessen wieder gebaut wird. Es kommen zu Wort: der 85jährige Oskar Sala (interviewt 1995) und Peter Pichler.

Peter Pichler am Trautonium (Foto: C. Wagner)
 

SWR2 MUSIKPASSAGEN, SONNTAG, 21. JUNI 2020 / 23:03-24:00

Danach eine Woche im Internet: swr.de/swr2

Saturday, 9 November 2019

Das Trautonium: Urvater des Synthesizers

Futuristische Klangmaschine

Peter Pichler stellt am 6. Dezember im Alten Schlachthof in Sigmaringen mit dem Trautonium ein Urinstrument der elektronischen Musik vor

           Oskar Sala     (Foto: C. Wagner)

cw. Seinen spektakulärsten Auftritt hatte es 1963 im Film „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock: Das Trautonium, gespielt von Oskar Sala, lieferte die elektronisch imitierten Vogelschreie und andere Geräusche, ohne die der Film nur halb so effektiv gewesen wäre. Hitchcock war von dem Soundtrack äußerst angetan, was Sala viel Aufmerksamkeit einbrachte.

Oscar Sala war nicht unvorbereitet an den Auftrag herangetreten. Er hatte zuvor schon unzählige Industriefilme mit dem Trautonium vertont, das lange Zeit als der Inbegriff eines futuristischen Klangerzeugers galt. 1929 hatte er zusammen mit seinem Komponistenlehrer Paul Hindemith und dem Ingenieur Friedrich Trauwein an der Berliner Hochschule für Musik das Musikinstrument entwickelt, um die neuen Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung zu nutzen.

Dr. Trautwein entwickelte ein Instrument, das aus Spielmanual, einer Metallschiene und einem dünnen Widerstandsdraht bestand. Wenn man diesen Draht auf die Metallschiene drückte, ertönte ein heulender Ton. Das Grundprinzip des Trautoniums war geboren. Hindemith schrieb ein erstes Stück für drei Trautonium-Instrumente, das vom Meisterkomponisten selbst mit Hilfe von Oscar Sala 1930 in Berlin uraufgeführt wurde und das in seinen sieben Sätzen schon die verschiedenen Klangfarbenmöglichkeiten des Instruments aufzeigte. Hindemith komponierte noch weitere Stücke für das Instrument, das später auch von anderen Komponisten aufgegriffen wurde. Harald Genzmer etwa entwarf Stücke für Trautonium und Streichorchester, und andere Komponisten fragten Sala nach Soundeffekten, die er mit seinem elektronischen Instrument liefern konnte. Selbst die NASA ließ von Sala einen Mondlandefilm vertonen.

Später interessierten sich immer wieder Popmusiker für das Instrument, doch Sala blockierte jeden Versuch das Trautonium ausgiebiger zu vermarkten. Nach Salas Tod im Jahre 2002 – er wurde 92 Jahre alt –, fing durch Anregung des Münchner Keyboardspielers Peter Pichler die Firma Trautoniks in Wolfhagen bei Kassel an, das Instrument nachzubauen und trug so zu seiner weiteren Verbreitung bei. 

Peter Pichler (Promo)
 
Peter Pichler, der sonst in der Begleitband des bayerischen Liedermachers Hans Söllner Keyboard und Akkordeon spielt, hat sich inzwischen zum bekanntesten Solisten des Trautoniums entwickelt, der sowohl die klassische Trautonium-Literatur neu interpretiert, als auch Vertonungen von Stummfilmen oder der Mondlandung unternimmt. Ein derartiges Programm aus Klassikern und einer Filmvertonung wird er am 6. Dezember um 20 Uhr in Sigmaringen im Alten Schlachthof präsentieren. Eine äußerst rare Gelegenheit, Bekanntschaft mit diesem exquisiten elektronischen Instrument zu machen, das als Urvater des Synthesizer gilt.