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Tuesday, 4 August 2026

Wenn das MUSEUM zum KLANGRAUM wird

LANGE NACHT DER MUSEEN mit Musik

Sindelfingen, Stadtmuseum (Altes Rathaus), Lange Str. 13

Samstag, den 14. November 2026 / 18–24 Uhr

Anläßlich der Ausstellung "Von Abba bis Zappa – als Sindelfingen und Böblingen den Südwesten rockten", wird die LANGE NACHT DER MUSEEN im Sindelfinger Stadtmuseum (Lange Str. 13) dieses Jahr vollständig im Zeichen der Musik stehen. Von 18 bis 24 Uhr werden an unterschiedlichen Stellen im Museum verschiedene Musikgruppe ihre Kunst zum Besten geben.

Mit dabei: LEFTA aus Stuttgart haben sich dem griechischen Rembetiko verschrieben. Simon Steiner (Baglamas, Klarinette), Klaus Pfeiffer (Tzouras), Evangelos Dimopoulos (Oud, Baglamas, Tzouras & Trommel) und Melina Dimopoulou (Gesang) spielen und singen Lieder aus der Subkultur der Außenseiter, Herumtreiber und Gauner, wie sie in den griechischen Hafenstädten der 1930er Jahre entstanden sind. 

Lefta - vlnr: Pfeiffer, Steiner, Dimopoulos, Dimopoulou (promo)

Joachim Kupke & Reiner Pfleiderer // Verbeulte Songs über das Leben bringt das Duo von Joachim Kupke (Gesang) und Reiner Pfleiderer (Gitarre). Die beiden sind durch die Gruppe „If You Wanted to“ in Sindelfingen und darüber hinaus bekannt. Kupkes rauhes Organ gibt den Stücken eine Tom-Waits-Qualität, souverän begleitet von Reiner Pfleiderer auf der akustischen Gitarre.

  panta rhei – vlnr: Rössle, Kniel, Buck (promo)               

panta rhei (Ekkehard Rössle, ss, ts, cl / Matthias Buck, viola / Manfred Kniel, dr)

Das Trio panta rhei (=alles fließt) spielt eine Musik, die man als Minimal-Loop-Jazz bezeichnen könnte. Die Stücke von Manfred Kniel sind einfach und komplex zugleich, dezent und ironisch, komponiert und doch spontan. Es ist der erste Auftritt dieses neuen Trios aus Spitzenmusikern aus dem Südwesten. 


Eintritt frei

Thursday, 1 November 2018

Jazztrends: Manfred Kniels neuster Streich

Magische Beschwörung

Der Stuttgarter Schlagzeuger Manfred Kniel geht im Jazz neue Wege

Foto: Manuel Wagner

cw. Manfred Kniel ist das Enfant terrible der südwestdeutschen Jazzszene. Der Komponist und Schlagzeuger bürstet den Jazz gegen den Strich. Seit Jahren brütet der ehemalige Dozent an der Stuttgarter Musikhochschule immer wieder neue Projekte aus, die über die improvisierte Musik hinausgehen und trotzdem darin verwurzelt sind. Mit dem Schlagwort „Post-Jazz“ hat die Kritik diesen innovativen Trend auf den Punkt gebracht. Gerade ist ein neues Album von Kniel erschienen, das ebenfalls in diese Richtung weist. Kniel bricht nicht zum ersten Mal in seiner Karriere in musikalisches Neuland auf.
                                                                                                                           Foto: Martin Wagner
Seine Sporen verdiente Manfred Kniel in den 1970er Jahren bei der Frederic Rabold Crew und später beim Jazz Inspiration Orchestra, die beide damals zu den profiliertesten Jazzensembles der bundesdeutschen Szene zählten. Danach saß er im Quartett der Sängerin Lauren Newton auf dem Schlagzeug-Stuhl, wo er mit dem amerikanischen Vibrafonisten David Friedman zusammenspielte. Schon damals zeichnete sich Kniel durch große Virtuosität und eine humorvolle Exzentrik aus, Eigenschaften, die er bis heute beibehalten hat. 

Als Komponist wie auch als Drummer ist Kniel ein Meister der Verknappung. Von der Vielspielerei, der gedankenlosen Erzeugung einer Masse von Tönen, hält er nichts. „Reduktion!” lautet die Devise. Anstatt einen Wust an Noten zu spielen, orientiert er sich lieber am Motto „weniger ist mehr“. Kniel nimmt sich zurück, agiert mit Klarheit und Überblick. Sein jüngstes Werk namens „S.O.S.-Suite“ (erschienen bei Nytingale Records) ist ganz nach diesem Muster gestrickt. Transparente Kompositionen, stringent-logisch konstruiert, bestimmen das Album. Die Stücke wirken dennoch nicht überladen, obwohl fünf Musiker an der Einspielung beteiligt waren. 

Als Ausgangspunkt wählte Kniel ein paar wenige Bausteine, die auf dem S.O.S.-Morsecode beruhen: dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz! Aus dieser Formel formte der Drummer einen 5/4-Takt, der als rhythmische Basis die Grundlage für jede der fünf Kompositionen bildet. Die Stücke strotzen vor Originalität und sind bis ins letzte Detail durchdacht und ausnotiert. Nur an genau ausgewiesenen Stellen wird der Improvisation Raum gegeben, die Ekkehard Rössle auf dem Saxofon und Keyboarder Hans Joachim Irmler in expressiver Weise nutzen. Während Rössle mit schlanken, singbaren Linien die Melodiekürzel der jeweiligen Komposition aufgreift und weiterspinnt, bringt Irmler – ehemaliger Keyboarder der Krautrock-Gruppe Faust – mit harschen Sounds Spurenelemente von Noise und Industrial ins Spiel. Die Sängerin Denise Taylor belebt mit dadaistischer Lautsprache das Geschehen, fügt den Kompositionen mit vokaler Finesse eine zusätzliche Klangfarbe hinzu. Dabei klingen die Liedverse manchmal wie Zaubersprüche einer magischen Beschwörung. 
Kniels musikalisches Universum ist Lichtjahre von den Gepflogenheiten des konventionellen Jazz entfernt, weil der Schlagzeuger auf beeindruckende Weise das macht, von dem viele Musiker nur reden. Kniel hat über die Jahre einen völlig eigenständigen Personalstil entwickelt, der all die Routinen und Klichees umgeht, die heute den Jazz gelegentlich etwas verbraucht erscheinen lassen. Sein Konzept könnte als Frischzellenkur für die improvisierte Musik taugen! 

Manfred Kniel: S.O.S.-Suite (Nytingale Records)

Bezug über: records@nytingalemusic.de

Mehr Infos:
http://christophwagnermusic.blogspot.com/2013/03/jazztrends-fifty-fifty-strategien-der.html

Auf SWR2 in der Sendung RADIOPHON – MUSIKCOLLAGEN am Donnerstag, 29. November 2018 (21:03 - 22:00) ist ein Titel aus der S.O.S.-Suite von Manfred Kniel zu hören.

Wednesday, 20 June 2018

Schlachthof-Festival Sigmaringen, 21. Juli: Vorverkauf hat begonnen

Krautrock und kosmischer Blues beim Schlachthof-Festival in Sigmaringen am 21. Juli

Vorverkauf hat begonnen – ermäßigte Karten: 16 Euro (Buchhandlung Rabe Sigmaringen)

Embryo - Live (Foto: Manuel Wagner)

Nachdem die Bluesgiganten Muddy Waters und John Lee Hooker schon länger von der Szene verschwunden sind, gibt dort inzwischen die nächste Generation den Ton an: Musiker, die noch mit den Großen zusammengespielt haben und heute ihre Erbe pflegen. Zu dieser Gruppe gehört Jim Kahr. Der Mann aus Chicago war Mitte der 1970er Jahre Leadgitarrist in der Band von John Lee Hooker und hat ihn auf etlichen Tourneen durch Europa und Amerika begleitet. Auch von Plattenaufnahme mit dem Bluessänger kann Kahr berichten, bei denen auch Joe Cocker im Studio war. 

Jim Kahr ist einer der Stars, die beim diesjährigen Schlachthof-Festival in Sigmaringen auftreten werden, das wie immer in den Ateliers des alten Schlachthofs in Sigmaringen (Oberschwaben/Upper-Swabia) über die Bühne geht. Termin ist der 21. Juli, Beginn: 16 Uhr. Dabei wird der Bluesgitarrist aus Chicago seine verblüffende Fingerfertigkeit auf der Slide-Gitarre demonstrieren, mit der er Titel wie „Little Red Rooster“ eindrucksvoll in Szene zu setzen vermag. Natürlich darf der „John Lee Hooker“-Boogie nicht fehlen, den Kahr noch aus ersten Hand vom Altmeister gelernt hat.  

Die andere Headliner-Band ist Embryo, mittlerweile schon eine Krautrock-Legende und seit fast 50 Jahren aktiv. Bei Embryo hat vor drei Jahren ein Generationswechsel stattgefunden, bei dem die Gründergeneration den jungen Mitgliedern den Staffelstab übergab. Heute leitet die Multi-Instrumentalistin Marja Burchard die Formation. Sie ist die Tochter von Embryo-Gründer Christian Burchard und hat schon seit über zehn Jahren mit der Gruppe gespielt. Die Posaunistin und Keyboard-Spielerin hat eine schlagkräftige Gruppe zusammengestellt, die mit einem kompakten Sound aufwartet, der auf mitreißende Weise psychedelische Klänge, Jazz, Krautrock und Weltmusik vereint. Mitglied von Embryo ist mittlerweile auch Gitarrist Jan Weißenfeldt alias JJ Whitefield, der vor Jahren mit den Poets of Rhythm das globale Funk-Revival losgetreten hat. Bevor Jim Kahr und Embryo die Bühne betreten, wird in den Ateliers am Nachmittag ein vielfältiges Musikprogramm geboten, das von Ausdruckstanz über Synthi-Sounds bis zu avantgardistischen Experimenten reicht. 

Wie immer beim Schlachtfest ist für das leibliche Wohl blendend gesorgt: Es gibt schwäbischen Flammkuchen vom Lehmofen, ein Bistro-Café bäckt Muffins, und auch Smoothies und schokolierte Fruchtspieße stehen auf der Speisekarte. Auch für die Unterhaltung der Kleinen ist gesorgt: Sie wird das Puppentheater „Kübel wie Eimer“ übernehmen. Inzwischen hat der Vorverkauf für den Event am 21. Juli begonnen. Karten gibt es zum ermäßtigten Preis von 16 Euro in der Sigmaringer Buchhandlung Rabe.

Tuesday, 29 May 2018

Die Frédéric Rabold Crew wird fünfzig

Von höchster Qualität

Eine der besten Jazzgruppen im Südwesten feiert Geburtstag: die Frédéric Rabold Crew wird fünfzig


cw. Mit einem Konzert vor großem Auditorium feierte die Frédéric Rabold Crew unlängst Geburtstagsparty im Theaterhaus in Stuttgart: Seit genau 50 Jahren gibt es die Formation, die als eine der profiliertesten Jazzgruppen Südwestdeutschlands gilt. 1968 gegründet, haben in der „Crew“ über die Jahre etliche der bekanntesten Jazzmusiker Baden-Württembergs gespielt, ob Eberhard Weber (Baß), Herbert Joos (Flügelhorn) oder die amerikanische Sängerin Lauren Newton. 

Für sein Ensemble schreibt Bandleader Rabold bis heute unermüdlich neue Kompositionen, deren Zahl inzwischen in die Hunderte geht. Zum 50. Jubiläum ist ein neues Album der Gruppe mit dem Titel „Northern Lights“ (Nytingale Records) erschienen. Es enthält sieben längere Stücke, die alle von Rabold stammen.

Das Jazz-Handwerk erlernte der Trompeter und Flügelhornspieler in der Band seines Vaters, mit der er schon in jungen Jahren in den “Ami-Clubs” um Heidelberg und Karlsruhe auftrat. “Schwarze GIs wollte Jazz hören,“ erinnert sich Rabold, „und den konnten wir bieten.“ Nach einem klassischen Trompetenstudium und zwei Jahren Dienst beim Bundeswehr-Musikcorps in Bad Cannstadt, rief er 1968 die FrédéricRabold Crew ins Leben, eine mittelgroße Formation aus acht bis zehn Mitgliedern, die einen eigenen Weg im modernen Jazz einschlug. Die Crew verband buntschillernde Arrangements und freie Improvisationen mit groovenden Rockrhythmen und elektrische Sounds von E-Piano und E-Gitarre. 

In den 1970er Jahren hatte die Band ihre ganz große Zeit. Mit hochkarätigen Talenten wie dem Schlagzeuger Manfred Kniel, dem Pianisten Uli Bühl, dem Saxofonisten und dem Bassisten Fritz Heieck machte die Gruppe in ganz Deutschland Furore. „Mal swingte die Musik, mal war sie ‘funky’. Es gab Balladen und dann wieder total freie Sequenzen,“ erinnert sich Rabold. „Diese Mischung machte uns interessant. Die Kompositionen bildeten den Rahmen, in dem dann viel improvisiert wurde.“

Wenn es rund lief, absolvierte die Band 25 Konzerte im Monat – von Kellerclubs bis zu großen Festivals. „In Stuttgart haben wir manchmal unser Equipment nach einem Konzert gleich in den nächsten Club getragen, wo wir am nächsten Tag gebucht waren, so voll war unser Terminkalender,“ erzählt Bassist Fritz Heieck. „Jazzpapst“ Joachim Ernst Berendt produzierte eine Schallplatte der Crew und sorgte für Rundfunkauftritte, auch für eine Veröffentlichung beim renommierten MPS-Label in Villingen. 1974 stieß die amerikanische Vokalistin Lauren Newton zur Gruppe und sorgte mit ihrer exaltierten Vokalistik für frische Impulse. „Wir spielten Musik zwischen Jazz und Rock und waren eine der wenigen Bands damals, die stark in diese Richtung gingen,“ erinnert sich Newton, die heute Jazzgesang an einer Schweizer Hochschule unterrrichtet. „Ausgangspunkt waren immer relativ einfache Themen mit viel Raum für Improvisation.“ 
                                     Foto: Martin Wagner
Doch obwohl es damals richtig rund lief, blieb das große Geld aus, weil die Gagen immer durch 8 bis 10 Mitglieder geteilt werden mussten. „Das war nicht so schlimm,“ meint Newton. „Wichtig war, daß wir spielen konnten und so unsere Musik zu den Leuten brachten.“ Manchmal stiegen “Guest-Stars” wie Albert Mangelsdorff oder Manfred Schoof ein. 

Nach 15 Jahren war der kreative Aku leergelaufen. Rabold legte eine längere Verschnaufspause ein, um danach mit verjüngter Besetzung wieder auf die Szene zurückzukehren. Neben dem Bandleader ist heute von der ursprünglichen Formation nur noch Bassist Fritz Heieck mit von der Partie, wobei es die Gruppe geschafft hat, nahtlos an die Klasse und Qualität von früher anzuknüpfen. Immer noch steht die Crew für einen modernen Jazz, der es in sich hat und mit Drive und Dynamik sowie ausgefeilten Arrangements und exzellenten Soli das Publikum in Begeisterung versetzt, wie der Geburtstagsauftritt im Stuttgarter Theaterhaus zeigte.

Der Artikel erschien zuerst im Schwarzwälder Boten, große Tageszeitung im Südwesten

Thursday, 8 March 2018

Schlachthof-Festival Sigmaringen, 21. Juli 2018

Samstag, 21. Juli 2018, Beginn: 16 Uhr
Sigmaringen, Alter Schlachthof


Schlachthof-Festival 2018

Das lange JETZT 
Krautrock, Ethnobeat und Cosmic Blues

Klaustrophonie


























Ateliers (nachmittags):

Klaustrophonie  (Kosmische Synthi-Sounds mit JJ Whitefield + Maasl Maier)


Frida Stroom (Martina Berthers experimentelle Klangwerkstatt)


The Pink Jazz Saloon (Manfred Kniel, dr + Karl Farrent, tp spielen futuristische Jazzstandards)

Ma Duo (Marja Burchard: Kalimba, Glocken, Space Echo + Magdalena Dzeco: Modern Dance)

Marja Burchard                                                                                      Magdalena Dzeco


Hauptbühne (abends):














Jim Kahr (Cosmic Blues mit dem ex-John Lee Hooker-Gitarristen)



Embryo, 2nd Generation (Krautrock, Ethnobeat + Psychedelic Jazz)



Embryo (2nd Generation)


Thursday, 30 November 2017

'Schoenhut'-Ausstellung in Göppingen + Nacht der Toy Pianos

Vom Spielzeug zum Musikinstrument: das Toy Piano

Albert Schoenhut ist der Erfinder des Toy Pianos. Er wurde in Göppingen geboren, emigrierte dann 1866 nach Amerika, wo er seine höchst erfolgreiche Spielzeug- und Kinderklavierfabrik eröffnete. Jetzt widmet ihm das städtische Museum in Göppingen eine Sonderausstellung. Am 24. Februar 2018 findet als Rahmenprogramm eine 'Nacht der Toy Pianos' statt, mit Kappeler/Zumthor, Isabel Ettenauer und Fifty-Fifty.


A. Schoenhut Company
Manufacturers of Toys and Novelties
 




Die A. Schoenhut Company war vor 100 Jahren eine bedeutende Spielwarenfabrik in Amerika. Gegründet hat das Unternehmen der Göppinger Holzdrechsler Albert Schoenhut, der 1866 als junger Mann nach Philadelphia ausgewandert war. Das Geschäftsfeld war ihm nicht fremd: Bereits sein Vater und Großvater stellten in Göppingen Holzspielwaren her.
Zunächst reparierte der junge Einwanderer in einem Spielwarengeschäft Kinderklaviere. 1872 machte er sich selbstständig. Albert Schoenhut verwirklichte für sich den amerikanischen Traum – den Aufstieg aus kleinen Anfängen zum Großindustriellen und Millionär. In seiner Fabrik in Philadelphia, eine der größten Amerikas, wurden Puppen, Boote, Schwerter, Gewehre und Musikinstrumente für Kinder hergestellt. Zum erfolgreichsten Artikel im Sortiment entwickelte sich der 1903 vorgestellte Humpty Dumpty Circus. Mit seinen gelenkigen Clowns, Akrobaten und Tieren ließen sich – wie die Firma warb – „10001 erstaunliche Kunststücke“ vollführen.
Nach dem Tod des Firmengründers 1912 führten seine Söhne die Firma weiter, die als eine von wenigen unter den amerikanischen Spielwarenfabriken auch europäische Läden belieferte. In den wirtschaftlichen Krisenzeiten der 1930er Jahre ging das Unternehmen unter, lediglich die Herstellung der Toy Pianos wurde unter neuer Regie weitergeführt. Sie werden bis heute in Florida produziert. Das Kinderklavier – ursprünglich ausschließlich ein Spielzeug – ist heute auch ein anerkanntes Konzertinstrument. 1948 schrieb der US-amerikanische Komponist John Cage als Erster eine „Suite for Toy piano“.
Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt aus der Spielwarenproduktion der A. Schoenhut Company. Das Museum im Storchen unterstützten dabei mit Leihgaben und Dokumenten Angelika und Hermann Strauss, Igensdorf, Suzy Vincent, Milford/UK, der Schoenhut Collectors Club, die Historical Society of Pennsylvania/USA sowie die Schoenhut Piano Company LLC, St. Augustine/USA.

   
Begleitprogramm
  
Vortrag
Dienstag, 30.01.2018, 19:30 Uhr
Von Göppingen nach Amerika.
 Auswanderung im 19. Jahrhundert
Dr. Karl-Heinz Rueß, Melanie Köhler-Pfaffendorf
Museum im Storchen
Eintritt: 5 Euro (bis 18 Jahre frei)

Konzert
Samstag, 24.02.2018, 19:30 Uhr
Schoenhuts Traum – Nacht der Toy Pianos

Konzert mit Kappeler/Zumthor (Schweiz), Isabel Ettenauer (Österreich) und Fifty-Fifty: Manfred Kniel & Ekkehard Rössle (Deutschland)
Moderation: Musikjournalist Christoph Wagner, Hebden Bridge/UK
Zimmertheater im Haus Illig, Friedrich-Ebert-Straße 2
Eintritt: 24 Euro, Karten im Vorverkauf im Museum im Storchen zu 20 Euro

Matinee  
Sonntag, 25.02.2018,11 Uhr
The Joy of Toy

Isabel Ettenauer spielt Toy Pianos von Schoenhut und Michelsonne
Anschließend Führung durch die Ausstellung
Museum im Storchen
Eintritt für Konzert und Führung: 10 Euro


https://www.goeppingen.de/,Lde/start/Kultur/Ausstellungen.html


Wednesday, 27 November 2013

Jazz im Zimmer: FIFTY FIFTY featuring Denise Taylor (Gesang)

HAUSKONZERT - FIFTY FIFTY mit DENISE TAYLOR

cw. Letzten Samstag (23. November 2013) - mein Konzert des Jahres! Ein Hauskonzert unter dem Titel 'Jazz im Zimmer' in der Hohenstaufenstrasse in Stuttgart mit FIFTY FIFTY featuring der Vokalistin Denise Taylor.

                                                                                                                        Fotos: Manuel Wagner

"Let's Count" heisst das Album, das die Stuttgarter Gruppe FIFTY FIFTY letztes Jahr auf dem  Klangbad-Label veröffentlichte. Der minimalistische Loop-Jazz des Gespanns Ekkehard Rössle (Saxofone) und Manfred Kniel (Schlagzeug, Toy Piano) wurde darauf auf höchst originelle Weise mit weiblicher Vokalistik kombiniert. Nicht wie man es erwarten würde: Der Gesang steht keineswegs im Vordergrund, sondern gliedert sich so präzise wie dezent in das musikalische Baukastenprinzip der Gruppe ein. Denise Taylor gospelhafter Gesang fügte im Konzert der rationalen reduzierten Musik des Duos eine seelenvolle Dimension hinzu. Die Gruppe ist ein Geheimtipp der deutschen Szene und bewegt sich ebenso weit weg vom Jazz-Mainstream wie von der freien Improvisation. Wirklich fantastisch!



Wednesday, 13 March 2013

JAZZTRENDS: Fifty-Fifty - Strategien der Reduktion


Komplexe Einfachheit

Das Stuttgarter Duo Fifty-Fifty von Manfred Kniel und Ekkehard Rössle bastelt an Strategien der Reduktion 

                                                                                                                                       Foto: Manuel Wagner                             
                          
cw. Jazzmusiker geizen normalerweise nicht mit Tönen. Der ökonomische Umgang mit den musikalischen Mitteln zählt nicht zu den Tugenden des Stils – im Gegenteil: die Improvisationen bieten den Solisten die Möglichkeit, ihre Virtuosität und Fingerfertigkeit ausgiebigst unter Beweis zu stellen. Von diesem Musizierideal weicht die Gruppe Fifty-Fifty ab. Ihr Motto lautet: “Weniger ist mehr!”

30 Jahre lang hatte der Stuttgarter Schlagzeuger Manfred Kniel moderne Jazzmusik gespielt, dabei mit so renommierten Namen wie dem Trompeter Frederic Rabold, der Vokalistin Lauren Newton und dem Vibrafonisten David Friedman gearbeitet, bis in ihm mit der Zeit eine andere Vision reifte: Ihm schwebte ein komprimierter Jazz vor, der sich aufs Wesentliche beschränkt und jede Geschwätzigkeit vermeidet. Kniel dachte über die Vorteile der Einfachheit nach und bastelte an Strategien der Reduktion. Er nennt es “Jazz der mittleren Dichte”.
                                                                                                                                                                            Foto: Manuel Wagner
Mit dem Saxofonisten Ekkehard Rössle gründete Kniel das Duo Fifty-Fifty, um das Konzept musikalisch umzusetzen. Kompositionen entstanden, die sich baukastenartig und doch völlig organisch aus raffinierten Grooves entwickeln - mit knappen Melodielinien, pfiffigen Arrangements und prägnanten Kurzimprovisationen versehen. Die instrumentale Beschränkung auf nur zwei Instrumente führt die Musik auf ihre Ur-Elemente zurück: Melodie und Rhythmus. Das schafft Tranzparenz und Raum.

Mit der Saxofon-Schlagzeug-Kombination reiht sich Fifty-Fifty in eine Tradition ein, die 1967 mit einem Paukenschlag begann, als John Coltrane mit Schlagzeuger Rashied Ali das bahnbrechende Album “Interstellar Space” aufnahm. Zur gleichen Zeit entwarfen in Europa Willem Breuker (Saxofon) und Han Bennink (Schlagzeug) ihren “New Acoustic Swing”. Seither gab es immer wieder Musiker, die sich von dieser speziellen Besetzung faszinieren ließen: Lee Konitz und Matt Wilson, John Zorn und Milford Graves, Ernst-Ludwig Petrowsky und Michael Griener. Sie alle wählten die freie Improvisation als Ausgangspunkt, im Gegensatz zu Kniel und Rössle, die eine genau abgesteckte Konzeption aus Komposition und Improvisation verfolgen.

Wenig zu spielen, kann eine Herausforderung sein. “Das Problem besteht darin, dem Erwartungsdruck der Zuhörer nicht nachzugeben und seine Virtuosität und Spieltechnik im Zaum zu halten. Man braucht nicht alles zu zeigen, was man kann,” erklärt Ekkehard Rössle. “Man muss der Angst vor der Stille widerstehen und nicht alles mit Tönen und Klängen zukleistern.”
                                                            
Wochenlang brütet Kniel über einem einzigen Rhythmus, variiert, verfeinert und komplettiert ihn, um jedem Beat einen eigenständigen Charakter zu geben. Mit Zangen und Hämmern bearbeitet er Metallbecken, bis sie seinen Klangvorstellungen entsprechen. Trommeln werden abgedämpft für den richtigen Sound.  “Von zehn Rhythmen, an denen ich feile, kommt am Ende vielleicht nur einer zum Einsatz,” beschreibt er den rigorosen Auswahlprozeß. “Die anderen werden verworfen, weil sie noch nicht meinen Ansprüchen genügen.”
  Foto: Manuel Wagner
 
Als Drummer verwandelt sich Kniel in eine Präzisionsmaschine, die polymetrische Grooves in akustische Loops verwandelt. Aus einer Zen-artigen Versunkenheit schlägt er rhythmische Pattern, die hochkomplex und einfach zugleich sind und manchmal an die Beats aktueller elektronischer Clubmusik erinnern, nur eben akustisch erzeugt. Rössles Saxofon besticht durch einen warmen Ton - er hat beim Cooljazz-Saxofonisten Hans Koller gelernt. Dazu bläst er Linien, die Geschichten zu erzählen scheinen und voller Poesie sind.

Auf ihrem neuen Album haben die beiden die australische Vokalistin Rebecca Harris vom Experimental-Ensemble Nista Nije Nista ins Boot geholt, die die verknappte Verse gekonnt intoniert. Harris gibt nicht dem Drang nach, sich als Jazzdiva profilieren zu müssen, sondern reiht sich perfekt in das Gruppenkonzept ein. Manchmal singt sie nur ein paar Töne oder rezitiert Worte in repetitiver Manier, wobei ein minimalistischer kammermusikalischer Jazz entsteht, der den Charme einer Spieluhr versprüht - auf jeden Fall verzaubert.

Neuerscheinung:
Fifty-Fifty (Manfred Kniel / Ekkehard Rössle / Rebecca Harris): Let’s Count (Klangbad/Broken Silence)