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Friday, 31 October 2025

SCHEIBENGERICHT Nr. 47: Keiji Haino & Reinhold Friedl

SCHEIBENGERICHT Nr. 47

Keiji Haino & Reinhold Friedl

truly, slightly, overflowing, whereabout of good will

zeitkratzer productions



Reinhold Friedl ist Leiter und Pianist des Ensembles Zeitkratzer, eine der führenden Gruppen zeitgenössischer Musik, auch in der Improvisation geübt. 2014 hat Zeitkratzer mit dem japanischen Vokalisten Keiji Haino ein Album veröffentlicht, und seither haben Friedl und Haino immer wieder zusammengearbeitet. 


Jetzt haben die beiden eine Platte vorgelegt, die in die Tiefenschichten der menschlichen Psyche führt oder auch in Urzeiten, bevor es überhaupt Sprache gab, wobei Phil Minton und Diamanda Galás grüßen lassen. Bei diesen vokalen Teufelsaustreibungen verwandelt sich Hainos Rachenraum in ein finstere Höhle, wo alle möglichen Geister und Dämonen hausen und einen schauerlichen Singsang anstimmen. Friedl hüllt die infernalischen Gesänge in dezente Klangnebel, die sich manchmal zu Texturen aus Schnarr- und Quitschgeräuschen aus dem Inneren des Flügels verdichten. 



Die erste der drei langen Improvisationen fängt mit Wimmern, Schluchzen, Krächzen und Jaulen an, bevor sich in Andeutungen der Protestsong “Strange Fruit” von Billie Holiday herauszuschälen beginnt. Das ist keine Musik, die den Fuß wippen läßt, aber trotzdem durch ihre kompromißlose Unbedingtheit den Zuhörer in den Bann zu ziehen vermag, vorausgesetzt man ist bereit, sich auf solch anschwellende Bocksgesänge einzulassen. 


Taster:

https://reinholdfriedl.bandcamp.com/album/truly-slightly-overflowing-whereabout-of-good-will


Wednesday, 6 December 2017

Jahresrückblick 2017: MUSIK

Ein kleiner musikalischer Jahresrückblick 2017 (so far)

Die beiden Künstler, die mich dieses Jahr am längsten begleitet haben, waren:

Natalie Merchant: The Natalie Merchant Collection (Nonesuch)

Hier besonders, die beiden Titel, die in einem wunderbaren Youtube-Video zu sehen sind:

https://www.youtube.com/watch?v=8GosZG882QM

und Aimee Mann und ihr Album 'Mental Illness' (Superego Records)

Ich empfehle die Youtube-Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=n0Ry5EmcoNM

https://www.youtube.com/watch?v=RrWuNUkSzI4

zum Entspannen und Tagträumen:

wunderbar relaxed Gitarrenmusik mit dem Keyboard-Wizzard der New Yorker Downtown-Szene Jamie Saft (ja er spielt auch eine fantastische Slidegitarre): Bill Brovold & Jamie Saft - Serenity Knolls (Rare Noise)

https://www.youtube.com/watch?v=wxxJ7rkg-zk


An Jazzalbum haben mich beeindruckt:                              

                                                                                                                                                                       Chris Speed Trio
wegen seines Erfindungsreichtums:  Borderlands Trio - Asteroidea (Intakt)

wegen seiner melodischen Qualität: Chris Speed Trio - Platinum on Tap (Intakt)

so locker und relaxed: Tom Rainey Obligato - Float Upstream (Intakt)

„mein Freund Tony“ mit einem Jazzalbum, dass seine „Jazz Roots“ offenlegt: Tony Allen - A Tribut to Art Blakey & Thr Jazz Messengers (Blue Note)

Nachswuchsband mit Potential: Weird Beard - Orientation (Intakt)

Weltmusik: 

Afrobeat at its best: Tony Allen - The Source (Blue Note)

Frühe Musik:

Gallicantus (dir. Gabriel Crouch) - Lassus / Lacrime di San Petro (Signum)

Meine besten Live-Gigs waren:

Tinariwen in der Manufaktur in Schorndorf
                                                                                                                              Frederic Rabold Trio (Foto: Jörg Becker)
Das Frederic Rabold Trio bei der Buchtaufe der 'Träume aus dem Untergrund' im Theaterhaus in Stuttgart

https://www.youtube.com/watch?v=pGBb5mDt8uw

Embryo (2nd Generation) bei einem Konzert im Büro von Manuel Wagner & David Spaeth in Stuttgart

https://www.youtube.com/watch?v=iTcM5WiCSWM

Zeitkratzer mit ihrem 'Kraftwerk'-Programm in Huddersfield

Entdeckungen waren außerdem:

das Trio Wild Flower (Idris Rahman / Leon Brichard / Tom Skinner)
                                                                                                                                                                  Kokoroko Afrobeat Collective
das Afrobeat Collective Kokoroko

https://www.youtube.com/watch?v=zUnKDK1iklo

Exzellente Bücher, die mich beschäftigt haben:

- Stephen Petrus & Ronald D. Cohen: Folk City – New York and the American Folk Music Revival (Oxford University Press)

- Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte – eine Geschichte der Reformation (C.H. Beck)

Stefan Bollmann: Monte Verità: 1900 – der Traum vom alternativen Leben beginnt (DVA)

Vorschau:

In SWR2 in 'Radiophon - Musikcollagen' am Donnerstag, 15. März 2018 werde ich einige Titel aus diesen Alben und noch anderes Interessantes spielen (21:03 -22:00)

Am 21. Juli 2018 findet das nächste Schlachthof-Festival in Sigmaringen statt, mit u.a. Embryo

  Embryo (2nd Generation)